unicorns

            

   

~Allgemeines~    

Es wird als wildes, einhörniges Tier in Pferdegestalt beschrieben. Oft wird behauptet, es hätte einen Löwenschweif, und gespalTene Hufe, wie ein Reh. Von reinweißer farbe ist es, und sTehT somiT alS SymboL  für die unschuLd. Sein HorN soLL in sich verdrehT sein und manche LeuTe meinen, dass sein EinhoRn damiT einen mächTigen LichtstrahL erzeugeN kaNN, miTdem es sich gegeN Angreifer zur Wehr setzt. Einhörner sind friedLiche, Gutmütige Tiere, die jedoch der menschLichen Rasse nicht üBer den Weg trauen. Der Mensch ist seiT je her der größte feind des Einhorns, da er es in allen ePocheN zu jegen und zu erledigen suchte. Da das Horn eines Einhorns mannigfaltige Verwendungsmöglichkeiten iN Magie und AbergLaube haT, isT es von unschäTzbaRen WerT und lockTe vieLe Geldgierige Jäger. Leider zogen sich daraufhin die Einhörner immer tiefer in ihre Wälder zurücK und es ist hier unmöglich eines von ihneN zu Gesicht zu bekommeN. Sogar die SagenumwoBene ZutraulichkeiT zu jungfäuLicheN MädcheN haBen die EinhörNer anscheinenD verloren. 

 

~Über Einhörner~

Einhörner sind bedrohte Tiere. Sie benötigen den Schutz derer, die an sie gLauben, sie ehren und sie LieBen.

~Es giBT viele verschiedene Arten von EINHÖRNERN~

~Weiße Einhörner~

Es giBt zwei Arten von weißen EinhörnerN, die nur die schneeweiße farbe, und den schlanken, feingliedrigen Körper gemeinsam haBen. Die erste Art zeichnet sich durch die gespaltenen Hufe und den Ziegenbart aus. Diese einhörner sind scheuer gegenüber den Menschen , und bleiBen lieBe runter ihresgleichen.

Der zweiTen arT fehLt der Ziegenbart und ihre Hufe sind nicht gespalten. SIe sind die älteste Rasse und gelten aLs klug, intuitiv, zurückhaltend und gütig. Beide arten leben in Wäldern und sind die meiste zeit allein. Nur zur paarung und zu besonderen Anlässen versammeln sie sich auf Lichtungen oder unter einer Elfeneiche.

~Wassereinhörner~

Die wunderschönen und äußerst scheuen Wassereinhörner sind fast ausgerotteT durch die verschmutzung der Meere. Auch aus den Seen und Flüssen werden sie durch den Menschen vertrieben. Heute Leben sie zurückgezogen in den tiefsTen tiefen der Ozeane und kommen nur noch selten an die Wasseroberfläche. ManchmaL kommt es vor, dass Matrosen den glänzenden Körper und das heLL leuchtende Horn eines Wassereinhornes erblicken, wenn sie in einer Vollmondnacht an Deck stehen. Doch so schneLL, wie das Einhorn auftauchte, verschwindet es auch wieder.

Wassereinhörner verbringend ie meiste zeit de tages unter wasseR und grasen auf dem algigen Meeresgrund. Es heißt, dass sie die Reittiere der Meermenschen sind.

Ihr Horn ist noch länger, als dass der weißenEinhörner, und auch viel schmaler. Ihr Körper ist mit Schuppen bedeckt, und auf dem Rücken haben sie eine lange, dünne Flosse. Statt der hinterläufe haben sie ebenfalls eine flosse, mit der sie sich sehr schnell und lauTlos fortbewegen könneN.

Es wird erzähLt, dass sie jedes Jahr um die selbe zeit an einem geheimen Ort nahe der irischen Küste versammeln und gemeinsam unter den Vollmond auf wellen tanzen.

~Licht-Einhörner~

Über diese ArT ist nicht viel bekannt. Es gibt nur wenige AugenzeugenberichTe von diesen geistgleichen WeSen.
Es heißt, daß sie immer nur einzeLn und ausschließlich zur Mittagsstunde der FrühjahrstagundnachTgleiche an stehenden Gewässern erscheinen. Sie sind kaum zu erkennen, da ihre Gestalt durchsichTig und ohne kLare KonTuren ist. Ihr Horn ist kräftig und im Gegensatz den denen der weißen EinhöRner eher kurz. Ihre Körper sind stämmiger und sie haben einen langen Ziegenbart, aber keine gespaLtenen Hufe. Man spricht von einen gelbgrünen LichT, aus dem sie bestehen sollen. Mutmaßungen zufoLge ist es pure Energie, die sich in Form eines Einhorns manifesTiert.

~Fliegende Einhörner~

Diese Rasse enTsTand durch die Liebe zwischen einem Einhorn und einem Pegasus. Fliegende EinhörNer vereinen in sich die Eigenschaften beider ArTen. Sie haben die Güte, Weisheit und Intuition der Einhörner und den weiten Geist, den Mut und die Offenheit der fliegenden Pferde. Ihre Körper sind eLegant aber robust. Die Schwingen können silberN oder golden gefärbt sein.
Diese Tiere leben in den HochwäLdern und im Gebirge. Sie sind mit den Elfen sehr gut gestellt und für ihre HilfsbereiTschaft bekannt. Der Konflikt, nicht zu wiSSen zu welcheR von ihnen.
Es wird darüber diskutiert, ob diese Tiere aus Eiern schlüpfen. Die nahe VerwandTschaft zu den VögeL legt dies nahe, wurde aBer noch nie bestäTigt.

~Andere Arten~

 

ManchmaL wird von seltsamen SichTungen berichtet. So heißt es zum BeispieL, dass es Zebra-Einhörner in Afrika gibT. Auch von HirschähnLichen Einhörnern, EinhörnerN mit sechs BeineN, doppeLhörnigen Einhörnern und EinhörnerN, die so klein sind, daß sie in eine Walnußschale passen würDen, wird erzählt. Was an diesen BerichTen der Wahrheit entsprichT, ist nicht nachzuvollziehen. Doch unmögLich ist nichts, schon gar nichT, wenn es sich um ein so geheimNisvolles Tier was das Einhorn haNdelt.

~Das Horn~             

Im Aberglauben findet es genauso Verwendung, wie in der Magie. So soll es z.B. als Pulver eingenommen dazu verhelfen, Gift im Essen sehen zu können. Es soll nahezu alle Krankheiten zu heilen in der Lage sein und als Talisman oder Amulett getragen schützt es vor Gefahr und macht anderen zufolge sogar unverwundbar. In einigen Kulturen steigert es die Manneskraft oder gilt als Mittel, um hellsichtig zu werden. Für eines der begehrten  Hörner wurden noch vor einigen Jahrhunderten Unsummen gezahlt. Doch in den meisten Fällen handelte es sich bei dem erworbenen Horn nicht um das eines Einhorns, sondern um das ebenso lange, in sich verdrehte Horn eines Narwales. Es mag jedoch hin und wieder ein echtes dabei gewesen sein und dafür hatte ein reines, unschuldiges Einhorn sein Leben lassen müssen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Echtheit eines Horns zu überprüfen. Da die meisten angeblichen Einhorn-Hörner in Wahrheit die eines Narwales sind, empfiehlt sich eine gründliche Prüfung, bevor es in der Magie Anwendung findet. Ein falsches Horn zu verwenden kann im günstigsten Fall nichts bewirken, im schlimmsten ein völlig unerwartetes Ergebnis bringen. Ein Horn kann durch folgende Prüfungen auf Echtheit überprüft werden:

Lege das Horn in das Licht des ersten Vollmondes eines Monats.
Wenn es golden oder silbern schimmert, ist es echt.

Lege das Horn auf ein Seidentuch und versuche dann, das Seidentuch zu entzünden. Wenn es nicht Feuer fängt, ist das Horn echt.

Berühre mit dem Horn eine Schnittwunde.
Verschließt sie sich, ist das Horn echt.

Nähere das Horn einem Kelch voll Gift.
Fängt es an zu "schwitzen", ist es echt.

Ritze mit dem Horn in die Rinde eines Baumes.
Verschließt sich der Riss gleich darauf, ist das Horn echt.

Lege das Horn ins Wasser.
Wenn es nicht untergeht ist es echt.

Berühre das Horn und sprich eine Lüge aus.
Wenn das Horn heiß wird, ist es echt
.

 

~Wirkungsweisen und Anwendungsgebiete~

Als Einleitung möchte ich vorausschicken, daß man niemals ein Horn bei einem Händler kaufen darf. Zum einen sind diese Hörner meist nicht echt und zum anderen würde man die Jagd auf Einhörner fördern. Aber für all die glücklichen, die ein Horn geerbt haben oder auf andere Weise zu einem gekommen sind, möchte ich hier kurz die wichtigsten Wirkungsweisen und Anwendungsgebiete aufzählen.

 

~Gift~
...aufspüren und neutralisieren.

Dazu muß man das Horn in die Nähe des in Verdacht stehenden Getränkes/Gerichtes o.ä. bringen und erkennt daran, daß es schwitzt, ob Gift vorhanden ist. Um das Gift zu neutralisieren muß man nur damit die vergiftete Sache berühren.

 

~Wunden~
...heilen.

Dazu muß bloß die Wunde mit dem Horn berührt werden. Natürlich ist das Pulver eines zermahlenen Horns ebenfalls gut geeignet.

 

~Wahrheit~
...erkennen.

Um Lügen durchschauen zu können nimmt man einen Teelöffel des Hornpulvers zu sich.

Um jemanden beim Lügen zu ertappen, läßt man ihn das Horn berühren und die Lüge wiederholen. Er wird sich am Horn verbrennen.

 

~Unverwundbarkeit~
...im Kampf

Ein Anhänger, der aus dem Horn eines Einhorns gemacht ist, schützt im Kampf vor Verwundungen und macht somit "Hieb- und Stichfest".

 

~Hellsichtig~
...werden

Rezept:

Drei Lorbeerblätter
Eine Alraunenwurzel
Vier Rosinen
Einen Teelöffel Salz
Vier Tropfen Wasser aus einem See
Ein Stück von einer Efeuranke
Labdanum
Das Pulver eines Einhorn-Horns

Die Lorbeerblätter trocknen und zerstoßen. Das selbe mit der Alraunenwurzel machen. Zusammen mit dem Stück Efeuranke in einen Topf geben, mit einem halben Liter Wasser aufgießen und erhitzen. Dann die Rosinen und das Salz beigeben. 10 Minuten kochen lassen. Vom Herd nehmen und das Labdanum beigeben. Wenn der Sud abgekühlt ist, das Pulver beigeben und einen Tag stehen lassen. Dann durch einen Sieb gießen und nochmals aufkochen. Nun das Seewasser beigeben und ca. 40 Minuten ununterbrochen umrühren.
Diesen Sud trinkt man bei Vollmond.

 

~Potenz~
...steigern

Männer nehmen zu diesem Zweck einen Teelöffel des Pulvers täglich zu sich. Dies genau drei Tage lang.

 

~Liebe~
...erzeugen oder nehmen

Um bei jemanden Liebe zu erwecken gebe man ihm eine Prise des Pulvers in Speise oder Getränk.
Um Liebe zu nehmen weihe man das Pulver auf den Namen desjenigen und blase es in den Wind.


~Andere Dinge, die durch das Horn möglich werden~

Wenn man das Horn bei sich trägt, versteht man die Sprache der Tiere.

Wenn man sich verlaufen hat, kann man das Horn vor sich auf den Boden legen. Es wird nach Osten zeigen.

Wenn man jemandem begegnet, der schlechte Absichten hegt, wird das Horn aufleuchten.

Wenn man sein Neugeborenes mit dem Horn berührt, wird es niemals krank werden.

Wenn man das Horn bei sich trägt, kann man einen Einhornwald erkennen.

 

~Seine Aufgabe~

Man erzählt sich, daß jedes Einhorn seinen eigenen Wald vor Unglück bewahrt. So lange es lebt, verläßt es diesen Wald nicht. Die Tiere in ihm wissen um ihren geheimen Wächter.
In einem Wald, in welchem ein Einhorn lebt, werden die Tiere größer und kräftiger sein. Die Bäume werden höher wachsen und grünere Blätter treiben. Die Flüsse werden fröhlicher glucksen und die Fische darin schillern, wie blankes Silber.

Wenn Du einen Einhornwald betritts, vergiß nicht, für das Einhorn ein paar begrüßende Worte zu sprechen.

~Sie könnten folgendermaßen lauten~

Einhorn,
Wächter dieses Waldes,
sei gegrüßt!
Ich danke Dir dafür,
Deinen Wald betreten zu dürfen!
Weite Deinen Schutz auf mich aus,
solange ich hier verweile!

Auch, wenn Du es nicht siehst - glaube mir - es wird zugegen sein und Deine Worte hören. In diesem Wald wird Dir nichts Böses widerfahren. Vergiß nur nicht, Dich von ihm zu verabschieden und ihm für seine Gastfreundschaft zu danken.

~Dies könnte folgendermaßen lauten~

Einhorn,
Wächter dieses Waldes,
ich danke Dir!
Nun verlasse ich Deinen Wald
.

 

 

~Das Leben eines Einhorns~

 

Wenn wir die Einhörner verstehen wollen, müssen wir verstehen, wie sie leben. Das Leben eines Einhorns ist in vielerlei Hinsicht etwas besonderes. Da es ein magisches Wesen ist, hat es Einblick in alle Bereiche des Seins. Es lebt nicht nur in der körperlichen, geistigen und seelischen Welt, sondern auch in der Welt der Gefühle, der Phantasie und der Träume. Es existiert auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig und seine Macht dehnt sich über die Grenzen des menschlichen Erlebens und Verstehens aus. Seine Welt ist die unsere und auch wieder nicht. Es lebt mit uns, durch uns und aus uns heraus. Seine Existenz ist so schwer zu erfassen, wie die Unendlichkeit des Universums. Schließlich ist es nicht weniger als diese.

~Der Anfang~

Ein Einhorn wird geboren. Es sieht als erstes die warmen Augen seiner Mutter und spürt den Sonnenschein auf seinem feuchten Fell. Der Vater wird am Rande der Böschung stehen und auf sein Kind hinunterblicken. Er wird die Familie verlassen und zurückkehren in seinen Wald.
Die Mutter leckt ihr Fohlen von Kopf bis Fuß ab und überhäuft es mit Zuneigung und Liebe. Die ersten Schritte des jungen Einhorns werden wacklig sein wie die eines ganz normalen Fohlens. Doch schon bald wird es mit aller ihm angeborener Eleganz durch den Wald laufen.
Sein Horn ist noch ganz klein und fast durchsichtig
.

~Die ersten Jahre~

Die Mutter bleibt bei ihm, bis es ein Alter von 13 Jahren erreicht hat. Es wächst langsam und entwickelt nur allmählich die Fähigkeiten eines Einhorns. Es lernt die verschiedenen Tiere kennen und fängt an, die Natur zu verstehen. Sein Horn wächst sehr langsam und ist nun etwa halb so lang wie das seiner Mutter. Ein Jahr vor der Weihe wird es seinen Vater suchen gehen und einige Zeit bei ihm bleiben, um von ihm zu lernen.
In den ersten Jahren ist das junge Einhorn sehr gefährdet. Böse Kreaturen trachten nach seinem Fleisch und es muß sehr vorsichtig sein. Die Mutter wird es mit ihrem Leben beschützen und sich im Notfall für ihr Fohlen opfern. Ein Einhorn kann nur einmal in seinem Leben ein Junges zeugen und somit ist es die ganze Hoffnung.

~Die Weihe~

Mit dem dreizehnten Lebensjahr wird das Fohlen geweiht. Dazu versammeln sich die Einhörner der Umgebung auf einer geheimen Lichtung oder in einer noch nie von Menschen betretenen Höhle. Meistens kommen zu diesem Anlaß auch die Elfen, um das junge Einhorn zu ehren. Sie bringen Früchte und andere Geschenke.
Der Tanz der Einhörner soll so wunderschön sein, daß ein Mensch, der ihm beiwohnt, nie mehr der selbe ist. Seine Mitmenschen würden ihn als Geisteskranken einsperren.
Nach der Weihe muß das junge Einhorn fort. Der Abschied ist schwer und die Tiere des Waldes laufen ihm nach, so weit sie sich aus ihrem Wald herauswagen.

~Der Einhornwald~

Die wichtigste Aufgabe des jungen Einhorns ist es nun, einen eigenen Wald zu finden, in den es sich zurückziehen kann. Während der Wanderung ist es wiederum sehr gefährdet, doch es kann sich nun wehren, falls es angegriffen wird. Sein Horn hat nun genügend Macht und seine Seele ist stark.
Wenn es einen Wald gefunden hat, wird es ihn durchwandern und kennenlernen. Jedes Tier und jede Pflanze wird es begrüßen. Und wenn es sich dafür entscheidet zu bleiben, werden am nächtlichen Himmel Sternschnuppen herabfallen und des Tags wird es einen seltsamen Regenschauer geben, der ungewöhnlich viele Regenbogen mit sich bringt.
Schon bald werden die Pflanzen wachsen und blühen und die Tiere werden nicht mehr gefangen oder getötet werden können, denn nun liegt der Zauber des Einhorns über dem Wald.

Einhorn in seinem Wald

 

~Die Feste~

Im Jahr eines Einhorns gibt es selbstverständlich auch Feste. Denn es ist nun mal kein normales Tier, sondern ein magisches Wesen.

~Tag nach der Frühjahrstagundnachtgleiche~

Die Einhörner begrüßen den ersten Sonnenaufgang des neuen Jahres indem sie sich auf die Hinterläufe stellen und ihr Horn den ersten Strahlen entgegenrecken. Das glockenklare Wiehern ist meilenweit zu hören und klingt in den Ohren der Menschen wie ein brausender Wasserfall.

~Blumenfest~

Dieses Fest findet am Tag nach dem zweiten Vollmond nach der Tagundnachtgleiche statt. Es ist ein Fest, welches die Einhörner zusammen mit den Elfen feiern. Die Elfen verbringen schon einige Tage zuvor viel Zeit damit, Blumengirlanden anzufertigen. Diese bringen sie dann mit und befestigen sie zwischen den Bäumen. Es wird Met getrunken und ausgelassen gefeiert.

~Sommersonnwende~

An diesem Tag versammeln sich die Einhörner an einem Gewässer. Dies kann ein See, ein Teich, aber auch ein Fluß oder Bach sein. Die Einhörner berühren die Wasseroberfläche mit ihren Hörnern und der Wasserspiegel wird magisch. Er wird zum Fenster in die Welt, durch das sie alle Orte sehen können, die sie zu sehen begehren. Meistens wollen sie sehen, wie es ihren Kindern geht, die in der Ferne leben. Wassergeister nehmen an dieser Feier teil und singen alte, heilige Lieder.

~Tag der Vereinigung~

Zwei Neumonde vor der Herbsttagundnachtgleiche feiern die Einhörner dieses Fest. Es wird nur von den jungen Tieren im Alter zwischen 50 und 150 Jahren gefeiert. Es dient der Partnerwahl und Zoologen würden es als Paarungsritual bezeichnen. In der Tat tanzen die Einhörner miteinander und suchen sich dazu Partner des jeweils anderen Geschlechts. Die Paare tanzen nahe zusammen und drehen ihre schimmernden Körper im Kreis. Am Abend ziehen sich die Liebespaare zurück. Die anderen feiern noch bis Mitternacht, wobei die alten Tiere nun dazukommen.

~Herbsttagundnachtgleiche~

Zu Mittag versammeln sich die Einhörner und nehmen eine gemeinsame Mahlzeit aus gesammelten Blumen, Gräsern, Ranken und Zweigen. Bei diesem Fest kann man schon sehen, welches Paar Nachwuchs bekommen wird. Die Pärchen kommen und gehen gemeinsam. Sie leben im Wald des weiblichen Tieres, bis zum Tag der Geburt.

~Tag des ersten Schneefalls~

Wenn der erste Schnee fällt, versammeln sich die Einhörner und bereiten sich auf die Zeit der inneren Reise vor. Es ist das Fest der Gespräche und der Bereinigung.

~Wintersonnwende~

Es ist kalt und Schnee liegt. An diesem Tag treffen sich die Familien, um gemeinsam zu essen. Sie erzählen sich ihre Träume und Gedanken, Ängste und Hoffnungen. Am Abend bringen die Familien Tannenzweige auf eine Lichtung oder einen Hügel, um den ewigen Kreislauf der Natur zu ehren.

~Lichtfest~

Am Tag nach dem zweiten Vollmond nach der Wintersonnwende feiern die Einhörner das Lichtfest. Sie feiern die Auferstehung der Natur mit einem uralten Tanz.

~Frühjahrstagundnachtgleiche~

Dies ist der letzte Tag des Einhornjahres. Die Einhörner finden sich zusammen und ehren die Ahnen. Hierbei ist kein anderes Wesen erwünscht. Sie verbringen die meiste Zeit schweigend und des abends tanzen die männlichen Einhörner. Sie verabschieden sich von der Vergangenheit und den Einhörnern, die im zurückliegenden Jahr verstorben sind.

 

Einhorn

~Neues Leben~

Zwischen 50 und 150 Jahren wird das Einhorn dem Begehren nach einem Partner nachgeben und sich am "Tag der Vereinigung" mit einem anderen Einhorn zusammentun. Diese Liebe ist sehr tief und überschwenglich. Die Tiere lieben sich jede Nacht und sind in der Zeit bis zur Geburt unzertrennlich. Nach der Geburt trennen sie sich, werden aber nie wieder einen anderen Partner haben.

Nach der Geburt wird das weibliche Tier 13 Jahre lang für das Fohlen da sein und es alles lehren, was es wissen muß.

~Der Kampf gegen das Böse~

Im Erwachsenenalter zwischen 100 und 200 Jahren beginnen Einhörner  aktiv zu werden. Sie folgen dem natürlichen Drang, das Böse zu bekämpfen. Sie verlassen nun ihren Wald und durchstreifen die Welt auf der Suche nach Hilfesuchenden. So kann es dazu kommen, daß es zum ersten Mal wirklich kämpfen muß. Im Duell mit einem Drachen oder Kelpie kommt das Horn mit seiner ganzen Macht zum Einsatz.

Manchmal helfen Einhörner auch den Menschen. Sie befreien des nachts Sklaven, führen Verirrte heraus aus dunklen Wäldern oder tiefen Höhlen und bringen ausgesetzte Säuglinge zu Höfen mit kinderlosen Paaren.

In dieser Zeit erkennen sie die ganze Größe der Welt und des Lebens und fangen an, sich selbst zu erforschen. Ihre äußere Reise entspricht der inneren und sie werden langsam das, was wir Menschen weise nennen.

~Das weise Einhorn~

Nun ist das Einhorn über 200 Jahre alt und hat sehr viel gesehen und erlebt. Es kehrt in seinen Wald zurück und wird ihn nun nicht mehr verlassen. Über die Grenzen der körperlichen Existenz ist es nun hinausgewachsen und sein inneres Selbst übersteigt sein Äußeres in einem solchen Maße, daß der ganze Wald davon erfüllt zu sein scheint. Als Fabelwesen in den menschlichen Träumen und Phantasien wird es nun genauso leben, wie als weißes, gehörntes Pferd im Wald.

~Der Tod~

Irgendwann einmal muß auch ein Einhorn sterben. Doch es stirbt nicht wie wir Menschen. In dem Maße, wie sich seine Existenz in die geistige Welt verlagert, verschwindet auch nach und nach sein weltlicher Körper. Eventuell ist dies die Erklärung für Licht-Einhörner. Es könnten die Einhörner sein, die "nicht mehr ganz hier und noch nicht ganz dort" sind. Schließlich verschwindet das Einhorn von der Welt und existiert nun als Idee, Phantasie, Vorstellung, Gedanke, oder wie auch immer man es nennen will.

 

Einhorn mit menschlichem Skelett

~Einhörner im FiLm~

Die wohl einfühlsamste Geschichte um Einhörner wurde in dem wunderbaren Zeichentrickfilm "Das letzte Einhorn" erzählt. Man merkt dem Film an, daß dessen Macher die Seele der Einhörner verstanden haben. In den beeindruckenden Bildern und in de mitreißenden, gefühlvollen Songs, wird die Geschichte des letzten Einhorns erzählt, welches seinen Wald verläßt, um die anderen zu suchen. Die Mystik, welche den Film von Anfang bis Ende umgibt, wird keinen mehr loslassen, der sich für Einhörner begeistert.

~Der Titelsong~

When the last eagle flies
Over the last crumbling mountain,
And the last lion roars
At the last dusty fountain.

In the shadow of the forest,
Though she may be all and one,
They would stare unbelieving
At the Last Unicorn.

When the first breath of winter
Through their flowers it's icing,
And you look to the north,
And the pale moon is rising.

And it seems like all is dying,
And would leave the world to more.
In the distance hear the laughter
Of the Last Unicorn:

I'm alive! I'm alive!

When the last moon is cast
Over the last star of morning,
And the future has passed
Without even a last desperate warning,

Then look into the sky wherethrough
The clouds of pact is born.
Look and see her, how she sparkles:
She's the Last Unicorn.

I'm alive! I'm alive!

 

~Das Einhorn und die anderen~

Es heißt, dass die Einhörner Freunde des Elfenvolkes sind. Mit ihnen treffen sie sich in Vollmondnächten und wohnen den magischen Elfentänzen bei, die meist nahe einer Elfeneiche stattfinden. Wenn sich ein Einhorn und ein Elf besonders gut gesonnen sind, darf der Elf sogar ab und an auf dem Einhorn reiten. Dann sitzt er auf der Stirn des Einhorns und läßt die kleinen Beine links und rechts neben dem Horn herabbaumeln.
Nymphen und Waldgeister zählt man auch zu den Freunden der Einhörner. Besonders die Baumgeister sind den Einhörnern wohlgesonnen, da diese ihre Behausungen, die alten Bäume, beschützen.

Feinde im Reich der Zauberwesen und Geister haben Einhörner ebenfalls. Dazu zählt in erster Linie das Drachengeschlecht. Zwar soll es auch zwischen diesen beiden sehr unterschiedlichen Wesen schon zu Freundschaften gekommen sein, doch das stellt eine klare Ausnahme dar.
Als weitere Feinde sind Kelpies, Vampire, Trolle und Goblins zu nennen.

Ein Einhorn wird einem Kampf eher aus dem Weg gehen. Da sie friedliebende Wesen sind, wollen sie keiner Kreatur ein Leid antun. Doch wird ein offener Kampf mit einem in die Ecke getriebenen Einhorn meist schlecht ausgehen für den dreisten Angreifer.

Mit Hexen, Magiern und Zauberern sind die Einhörner gut gestellt. Jedoch bleiben sie vorsichtig im Umgang mit ihnen, da sie schließlich auch der Rasse der Menschen angehören.

Einhorn mit Weißen Wölfen

 

Im Laufe seines Lebens findet ein Einhorn auch Freunde. Meistens ist es eine Elfe oder ein Reh. Aber auch magische Wölfe gehören zu den Tieren, die gut mit Einhörnern gestellt sind. Hier unterscheiden sich zwei Arten von Wölfen. Es gibt die weißen Wölfe und die schwarzen Wölfe. Beides sind Tiere mit großer Kraft. Die schwarzen Wölfe sind seit alters her Feinde von Einhörnern und trachten danach, sie zu töten. Die weissen Wölfe beschützen oftmals eine bestimmte Einhornfamilie. Einen magischen weißen Wolf erkennt man an der unwirklichen Bernsteinfarbe seiner Augen.

Freunde bedeuten für Einhörner Austausch und Geselligkeit. Im Grunde sind sie eher einzelgängerisch und doch brauchen sie hin und wieder ein freundliches Wesen, das ihnen zuhört und sie ohne zu urteilen mit Rat unterstützt. Meistens halten diese Freundschaften ein Leben lang.

Freundschaften mit Menschen sind sehr selten. Es muß schon etwas ganz besonderes geschehen, daß sich ein Einhorn einem Menschen offenbart und ihm Vertrauen entgegenbringt. Wenn dies geschieht, ist es eine große Ehre für den Menschen und ein großes Risiko für das Einhorn. Da der Mensch eine große Gefahr darstellt, muß sich das Einhorn dessen guten Herzens sicher sein. So etwas kann passieren, wenn ein Mensch einem Einhorn das Leben rettet oder dem Freund eines Einhorn hilft. Die Geschichte des Jägers Seamus McEvens erzählt, wie ein Mensch der Freund eines Einhorns werden kann:

Es war einmal ein Jäger namens Seamus McEvans, der lebte an der Westküste Irlands nahe der Stadt Galway. Er wohnte in einem Haus auf einem Hügel ganz alleine, da seine Frau im letzten Winter gestorben war. Er lebte von den Tieren, die er jagte und von den Kartoffeln, die er anbaute. Da die Ernten immer sehr schlecht waren und er nur selten einen Hasen oder ein Reh fing, litt er großen Hunger. Früher war ein ein großer, kräftiger Mann gewesen mit einem kantigen, ernsten Gesicht. Jetzt war er abgemagert und seine blauen Augen waren trüb geworden. Der Hunger und die Einsamkeit hatten ihn zermürbt und er wartete nur noch auf den Tag, an dem er zu schwach wäre, das Bett zu verlassen, und sterben mußte.
An einem grauen Herbsttag stand er wie immer auf und zog sich seine braune, zerschlissene Hose und sein schmutzigweißes Hemd an. Darüber zog er sich eine dicke, lederne Jacke an und verließ mit dem Gewehr das Haus. Er schlich durch den Wald unterhalb seines Hauses und erwartete nicht, ein Tier zu Gesicht zu bekommen, da er schon seit Tagen nichts geschossen hatte. Doch plötzlich hörte er ein Geräusch. Er lief vorsichtig in die Richtung, aus der das Geräusch zu kommen schien und kam bald darauf an einem großen Felsen an. Als er um den Felsen herumlugte, entdeckte er ein weißes Reh, welches mit dem linken Vorderlauf in eine seiner Fallen geraten war. Er freute sich sehr, hängte sich das Gewehr um und trat hinter dem Felsen hervor. Das Reh bemerkte ihn sogleich und fing an, furchtsam zu zittern.
"Endlich!" sagte der Jäger. "Endlich muß ich nicht mehr hungern! Das Fleisch dieses Rehs wird mich die nächste Zeit versorgen!"
Er näherte sich und zog ein Messer aus der Tasche, mit dem er dem Tier die Kehle durchschneiden wollte. Als das Reh die blitzende Klinge sah, wurde es ganz still und drückte sich auf den Boden.
Seamus ging in die Knie und packte das Reh am Nackenfell. Doch als er sein Messer ansetzen wollte, konnte er es nicht. Immer wieder setzte er an, doch sein Arm versagte ihm den Dienst. Denn die großen Augen des Reh blickten ihn so mitleiderregend an, daß er es nicht tun konnte. Trotz seinem nagenden Hunger steckte er schließlich das Messer weg und öffnete mit einer gekonnten Handbewegung die Falle. Sogleich zog das Reh seinen Vorderlauf weg und sprang hinkend in den Wald hinein. Nicht eine Sekunde brauchte es und schon war es verschwunden. Seamus blickte ihm nachdenklich nach. Er wußte, daß er vielleicht verhungern würde und doch bereute er seine Entscheidung nicht. Seufzend erhob er sich und wandte sich zum Gehen um. Doch aus heiterem Himmel stand plötzlich ein großes, weißes Pferd vor ihm. Erst im zweiten Moment fiel sein Blick auf das eine Horn, welches auf der edlen Stirn prangte.
"Du liebe Güte...!" stieß er hervor und stolperte einige Schritte rückwärts. Ein Ast lag ihm im Weg und er stürzte auf das nasse Laubbett.
"Keine Angst!" sagte da das wunderliche Tier mit sanfter Stimme. "Du mußt dich nicht fürchten, gütiger Seamus McEvans!"
Der Jäger blickte auf zu dem Einhorn, als solches er es nun erkannt hatte. Er zitterte am ganzen Leib und wußte nicht, was er antworten sollte.
"Du hast einen guten Freund von mir verschont, gütiger Seamus." sagte das Einhorn freundlich. "Dafür will ich Dir danken! Gehe nach hause und verrichte dein Tagewerk. Am Morgen des nächsten Tages wirst du keine Sorgen mehr haben!"
So schnell wie es erschienen war, war es auch wieder verschwunden. Seamus rappelte sich auf und lief eiligen Schrittes heim. Dort schloß er die Türe hinter sich und versuchte zu verstehen, was ihm da geschehen war. Nachdem er sich beruhigt hatte, nahm er sein Tagewerk auf wie befohlen und legte sich am Abend mit tausend Gedanken in sein Bett. Am nächsten Morgen stand er auf und konnte seinen Augen nicht trauen. Seine Vorratskammer stand sperrangelweit offen und der Grund dafür war, daß sie bis zum Überquellen angefüllt war mit den besten Dingen. Da sah er Hartwurst und Käse, Brot und eingemachtes Gemüse, Mehl und Zucker, Nüsse und Gewürze. Dies würde ihn gut und gerne ein Jahr ernähren können. Aber dem nicht genug. In der Ecke standen einige Säcke besten Getreides. Daneben entdeckte er nagelneues Werkzeug zum Bestellen seiner Felder. Er eilte nach draußen und fand dort ein robustes Pferd und einen silbergrauen Wachhund vor.   Nun erst bemerkte er, daß sein Haus aus neuem, gutem Holz bestand und nun auch noch ein Stall und eine Lagerhütte vorhanden war. Bei all diesem Überfluß wurde ihm schwindlig und er setzte sich auf die Bank vor seinem Haus.
"Dies ist ein Geschenk von mir und meinen Freunden!" sagte eine wohlklingende Stimme plötzlich. Seamus blickte auf und das große, weiße Einhorn stand vor ihm. Und auf dem Rücken des wunderlichen Tieres saßen Dutzende von kleinen, bunten Elfen. Und um seine Hufe tummelten sich viele kleine Kobolde.
"Immer wenn Du mich brauchst, gütiger Seamus, komme zur Quelle am Hang bei den Eichen. Dort rufe nach mir und ich werde kommen! Lebe wohl, Einhorn-Freund!"
Das Einhorn wandte sich um und rannte über die Wiesen davon in den Wald hinein. Um es her flogen die lachenden Elfen und die Kobolde liefen hinterher.
Niemals mehr mußte Seamus McEvans Hunger leiden oder frieren. Er bestellte seine Felder im nächsten Frühling und die Ernte brachte ihm so viel Geld, dass er sich einen Knecht leisten konnte, der ihm zu Hand ging. Bald schon baute er sein Haus aus und lernte in der Stadt eine gutmütige Frau kennen, die er heiratete. Und bis zu seinem Tode besuchte er jeden Sonntag seinen magischen Freund im Wald.

~Die Feinde des Einhorns~

Fast alle Kreaturen der Nacht sind Feinde der Einhörner. Zwerge und Kobolde sind eine Ausnahme, denn sie sind treue Helfer und Verbündete.

Besonders hervorzuheben ist der alte Kampf zwischen fliegenden Einhörnern und fliegenden Drachen. Während der Drache dem Einhorn eine lodernde Feuerfontane entgegenschleudert, setzt das Einhorn den sagenumwobenen Lichtstrahl ein. Wenn sich die beiden Kräfte treffen, gibt es einen großen, heißen Feuerball, den jeder der beiden Gegner zu seinem Feind hinüberschleudern will. Oftmals sind sich die Tiere ebenbürtig und kämpfen bis zur totalen Erschöpfung.

Nicht alle Wesen sind so offen in ihrer Feindseligkeit wie die Drachen. So versuchen Vampire und Trolle beispielsweise, dem Einhorn mit List und Tücke beizukommen. Sie stellen hinterlistige Fallen oder locken es mit falschen Hilferufen in einen Hinterhalt.

Manche behaupten, daß die seltenen schwarzen Einhörner (eine Abart des weißen Einhorns) böse wären und die Feinde der weißen Einhörner.

~Schlussbetrachtung~

Ob es Einhörner nun gibt oder nicht, darüber lässt sich streiten. Eines sollte jedenfalls klar sein: Ein Einhorn steht für das Gute und Reine in uns allen und sollte uns daran erinnern, dass man stark und gütig, machtvoll und friedfertig zugleich sein kann.

 



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